„Ich würde nie kalt duschen“

Nach Weltmeistertitel im Eisschwimmen: Pfarrkirchnerin Birgit Bonauer von der Stadt geehrt

Freuen sich über Birgit Bonauers Sieg: Bürgermeister Wolfgang Beißmann (links) und Sportreferent Horst Lackner. − Foto: Schaper

Pfarrkirchen. 0,2 Grad – so kalt war das Wasser, in dem Birgit Bonauer ihren Weltmeistertitel erkämpft hat. Im estnischen Tallinn gewann die 31-jährige Pfarrkirchnerin bei der Eisschwimm-Weltmeisterschaft gleich sieben Medaillen: ein Mal Gold, zwei Mal Silber und vier Mal Bronze.

„Das ist ein ganz besonderer Erfolg“, sagte Bürgermeister Wolfgang Beißmann. Der Rathauschef übergab der Weltmeisterin für ihre Leistungen eine Urkunde der Stadt, einen Blumenstrauß und neue Sportausrüstung, darunter auch ein Jahresgutschein für das Pfarrkirchner Freibad. „Ich wünsche Ihnen alles Gute, egal zu welchen Ufern sie auch aufbrechen“, gratulierte der Bürgermeister.

Zu der Ehrung war auch der Sportreferent der Stadt, Horst Lackner, erschienen, den vor allem Bonauers Disziplin beeindruckte. „Das Training mit Ihrem Beruf unter einen Hut zu bringen, war bestimmt nicht immer einfach.“

Birgit Bonauer ist Grundschullehrerin. Um sich auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten, stand sie jeden morgen um 4.20 Uhr auf, um noch vor Schulbeginn ihr erstes Training im Hallenbad zu absolvieren. Bei den normalen Temperaturen ging es um die Schnelligkeit. „Und nach der Arbeit bin ich dann immer gleich zum Wöhrsee nach Burghausen gefahren“, erzählt die 31-Jährige. Im Winter hat dieser nur rund drei Grad.

„Das Training war hart, aber ich war nie allein“, sagt Bonauer. Zusammen mit ihren Kollegen des Eisschwimm-Vereins Serwus Burghausen bereitete sie sich auf die Weltmeisterschaft vor. „Ich hatte nicht viel Freizeit“, erinnert sich Bonauer. „Viel mehr als schwimmen, arbeiten und essen habe ich den Winter über nicht gemacht.“

Doch jetzt möchte es die 31-Jährige wieder ruhiger angehen lassen. „Niemand freut sich so sehr auf den Sommer wie ich“, sagt Bonauer lächelnd. „Ab jetzt will ich mir wieder mehr Zeit für meine Familie und Freunde nehmen.“

Doch das Schwimmen gibt sie auch bei warmen Temperaturen nicht auf. „Im Juli geht’s für mich zum Langstreckenschwimmen in den Simssee“, freut sich die Weltmeisterin. Auch beim Staffel Triathlon in Pfarrkirchen wird sie starten. Aber fehlt ihr bei solchen Wettkämpfen nicht die Kälte? Bonauer lacht und schüttelt vehement den Kopf. „Ich würde nie kalt duschen.“

 Fam Schaper

 

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