Grundschule ehrt ihre Weltmeisterin

 Stand 24.03.2018, Passauer Neue Presse

Lehrerin Julia Wittig gewann fünf Goldmedaillen bei der Weltmeisterschaft im Eisschwimmen

Ehrung durch das Kollegium: Rektorin Gabriele Klötzler (links) und Konrektorin Julia Schumergruber (rechts) überreichen Weltmeisterin Julia Wittig ein originelles Geschenk, ein Miniatur-Schwimmbrett. − Foto: Gerlitz

Burgkirchen. Das Lehrerkollegium an der Grundschule Burgkirchen wie auch die Schüler sind stolz auf „ihre“ Goldmedaillen-Gewinnerin im Eisschwimmen: Die absolut unverfrorene Lehrerin Julia Wittig, die im vergangenen Jahr über die Königsdistanz von 1000 Metern einen Weltrekord im Eisschwimmen aufstellte, gewann heuer bei der Weltmeisterschaft in Estland fünf Goldmedaillen (im Freistil über 25, 50, 100, 200 und 450 m) und eine Bronzemedaille (wir berichteten).

Die 38-jährige Burghauserin unterrichtet mittlerweile im zwölften Schuljahr an der Grundschule Burgkirchen. Mit ihr freuen sich die Lehrerkollegen und Kinder über ihr äußerst erfolgreiches Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in Tallinn. Die Kollegen hatten durch Auffangen der Unterrichtsstunden dafür gesorgt, dass Julia Wittig für den Wettkampf eine Woche freigestellt werden konnte.

Selbstverständlich „fieberten“ die Kinder mit während der eiskalten Wettkämpfe, die sie am Bildschirm verfolgen konnten. Nach ihrer Rückkehr aus Estland wurde Julia Wittig im Gendorfer Schulhaus begeistert gefeiert. Gestern fand noch eine Ehrung durch das Kollegium statt, wobei Rektorin Gabriele Klötzler und Konrektorin Julia Schumergruber ein originelles Geschenk in Gestalt eines Miniatur-Schwimmbretts überreichten. Das Schwimmbrett transportierte verschiedene Bio-Stärkungsmittel.

An der Grundschule Burgkirchen ist es schon lange her, dass es eine Arbeitsgemeinschaft Schwimmen gab. Julia Wittig möchte sie im Juni wiederbeleben und in diesem Rahmen auch mehrere Intensivkurse für Anfänger anbieten. Ein Kurs ist für zehn Kinder ausgelegt. Die Schulleitung geht davon aus, dass ein hoher Anteil der insgesamt 360 Grundschüler nicht schwimmen kann. Julia Wittig schätzt den Anteil der Nichtschwimmer auf über 50 Prozent. „Auch von denen, die behaupten, sie könnten schwimmen, können es nicht alle wirklich“, unterstreicht Julia Wittig. „Aber sie gehen trotzdem im Sommer ins Freibad.“

Julia Wittig denkt auch an die Veranstaltung eines Schwimmfestes. An der Grundschule Burgkirchen ist Julia Wittig Sportbeauftragte und im Landkreis Fachberater für Sport.

Die jetzt 38-jährige Julia Wittig betreibt seit ihrer Jugend Schwimmsport. Mit dem Leistungssport begann sie im Alter von 14 Jahren. Nach einer Pause im Leistungssport fing sie vor drei Jahren mit dem Eisschwimmen an. Auslöser war ein Zufall: Beim Schlittenfahren mit ihrer kleinen Tochter entdeckte sie im Wöhrsee gespannte Leinen und erfuhr auf Nachfrage, dass hier ein Wettbewerb im Eisschwimmen stattfinden solle. Durch ihre Bekanntschaft mit dem Extremschwimmer Christof Wandratsch probierte sie das Eisschwimmen aus.

Es klappte gut mit dieser jungen Sportart, bei der das Wasser fünf Grad kalt oder noch kälter sein muss und Neopren-Anzüge nicht erlaubt sind. Ihre Trainingsintensität steigerte Julia Wittig auf sechs Tage pro Woche. Im Wöhrsee trainiert sie ihre Kältetoleranz und im Hallenbad Burghausen ihre Schnelligkeit. „Wichtig beim Eisschwimmen ist es, nicht allein, sondern unter Beobachtung ins Wasser zu gehen“, warnt Julia Wittig vor leichtsinnigen Versuchen der Nachahmung.

− ge

 

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