Eine eiskalte Erfolgsgeschichte

Mitgliederzahl von SERWuS nahezu verdoppelt – Auch die Winterbadestelle läuft bestens

23.03.2020

Das Eisschwimmen am Wöhrsee wird laut SERWuS-Vorsitzendem Stefan Hetzer immer beliebter, die Zahl der Vereinsmitglieder hat sich in dieser Saison nahezu verdoppelt. −Foto: Kleiner
Das Eisschwimmen am Wöhrsee wird laut SERWuS-Vorsitzendem Stefan Hetzer immer beliebter, die Zahl der Vereinsmitglieder hat sich in dieser Saison nahezu verdoppelt. −Foto: Kleiner

Burghausen. Ein paar Bahnen im eiskalten Wöhrsee schwimmen – mit Blick auf die Burg und anschließendem Aufwärmen in der Infrarotkabine: Die Winterbadestelle am Fuße der Burg hatte auch in der coronabedingt vorzeitig beendeten Saison 2019/20 wieder einiges für Hartgesottene zu bieten. Von einem Boom spricht Stefan Hetzer, Vorsitzender des Eisschwimmvereins „SERWuS“. An die 7000 Badegänge seien es gewesen – und die Mitgliederzahl des Vereins habe sich annähernd verdoppelt.

41 Vereinsmitglieder zählt SERWuS aktuell, 20 davon seien in dieser Saison neu hinzugekommen, sagt Hetzer. Mit dem Konzept, dem Kommerz abzuschwören und sich stattdessen dem Breitensport zu verschreiben, fahre der Verein sehr gut. „Wir sind wie eine Familie.“

Die Ausrichtung bedeutet aber nicht, dass SERWuS nicht auch international erfolgreich sein kann: 14 Titel holten die Burghauser Anfang Februar bei der WM in Bled (Slowenien). „Wir sind ein Breitensportverein mit leistungssportlichen Zielen“, erklärt Hetzer die Erfolgswelle. „Leute, die in die Weltspitze kommen könnten, fördern wir.“

„An die große Glocke“ wolle der Verein die internationalen Erfolge indes nicht hängen. „Wir freuen uns, aber müssen nicht bimmeln.“ Aktuell gibt es Bemühungen vonseiten SERWuS, wieder einen internationalen Wettkampf in die Salzachstadt zu bringen. „Eine internationale Deutsche Eisschwimmmeisterschaft im Januar 2021“, schwebt Stefan Hetzer hier vor. „Da könnten wir internationale Eisschwimmfreunde, die wir von Wettkämpfen kennen, einladen.“ Er habe „kein kommerzielles Massenspektakel“ im Blick, eher „eine Stadtmeisterschaft auf höherem Niveau“, sagt Hetzer. Die Veranstaltung solle der Vereinsphilosophie entsprechend „sehr rustikal“ ablaufen und kein großes Aufhebens machen „mit LED-Beleuchtung“ oder ähnlichem. „Das Ziel unseres Vereins ist die Schwarze Null und Spaß haben“, sagt der Chef der Eisschwimmer. Die alljährliche Stadtmeisterschaft im Dezember werde es natürlich trotzdem geben.

Auch die Stadt hat etwas davon, dass in der kalten Jahreszeit am Wöhrsee immer was los ist. Denn Hetzer zufolge dämmt die Präsenz der Badegäste Vandalismusschäden im Wöhrseebad ein. „Es sind immer Leute in der Nähe, da kann kein Schlawiner kommen“, sagt der SERWuS-Chef. Das sei auch ein Grund, warum die Stadt dem Verein die Winterbadestelle zur Verfügung stellt. Und die städtischen Entscheidungsträger haben ihm zufolge Vertrauen in den Eisschwimmverein. Denn wenn die Badestelle aufgrund von Eis und Schnee eigentlich geschlossen bleiben müsste, habe SERWuS per Überlassungsvertrag die Entscheidungsgewalt, ob eine Öffnung doch möglich ist.

Die Bedingungen für Eisschwimmer sind laut Hetzer am Wöhrsee hervorragend. Die Badestelle verfügt über zwei Wärmekabinen – eine öffentliche und eine separate für SERWuS-Mitglieder. Und auch in frostigen Zeiten können die Bahnen eisfrei gehalten werden. „Es gibt eine Kreiselpumpe, die mittels Fontäne dafür sorgt, dass sich kein Eis bilden kann“, erklärt Hetzer.

Dem Verein geht es auch finanziell gut, zusätzliche öffentliche Gelder seien nicht nötig. Nur bei Wettkämpfen wie der WM – da gibt es Hetzer zufolge finanzielle Unterstützung von der Stadt.

Auch den Sommer über will man bei SERWuS das Vereinsgeschehen nicht einfrieren lassen: Freiwasseraktivitäten stehen auf dem Programm, Pläne für die nächste Winterbadesaison werden geschmiedet.

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