Der Wöhrsee ist fürs Eisschwimmen hergerichtet

Verein SerWus mahnt: Einsteiger sollten sich nicht überschätzen – Trainingszeiten täglich von 12 bis 14 Uhr

31.10.2019 | Stand 31.10.2019, 00:19 Uh

Es geht wieder los: Die Eisschwimmsaison am Wöhrsee wird vom Verein SerWus begleitet. Mit Burgblick können sich Hartgesottene hier ins kühle Nass stürzen. −Fotos: Kaiser
Es geht wieder los: Die Eisschwimmsaison am Wöhrsee wird vom Verein SerWus begleitet. Mit Burgblick können sich Hartgesottene hier ins kühle Nass stürzen. −Fotos: Kaiser

Burghausen. Der Burghauser Eisschwimmverein SerWus startete am letzten Wochenende offiziell in die neue Saison. „Auf Wunsch der Stadt wollen wir uns weiter etablieren. Jeder, der mitmachen will, kann sich bei uns anmelden. Wir bauen weiterhin auf die Mischung zwischen Freizeit- und Leistungssport“, erklärt Vorstand und Trainer Stefan Hetzer. Die kleine „Arena“ im Herrenbad ist wieder hergerichtet, die Leinen sind gespannt und die Top-Athleten wie Tobi Wybierek, Julia Wittig oder Birgit Bonauer konzentrieren sich bereits auf ihre Wettkämpfe im Rahmen des ICE-Cups und auf die Weltmeisterschaften, die vom 3. bis 9. Februar in Bled (Slowenien) stattfinden.

Die WM wird offiziell vom Internationalen Verband für Winterschwimmen (IWSA) ausgerichtet. Er vereinigt die kurzen Strecken bis 500 Meter. Weltrekorde zählen offiziell erst ab einer Wassertemperatur von unter fünf Grad Celsius. Diese sind allerdings schwer vergleichbar, weil die Rekorde unter verschiedensten Rahmenbedingungen vom Wöhrsee über den Chiemsee bis hin zum Hafenbecken geschwommen werden.

„Wir bieten am 18. Januar wieder die Stadtmeisterschaft über verschiedene Strecken an. Jeder, der Lust hat, kann sich bei uns anmelden“, erklärt Hetzer. Alles über dieses Event gibt es unter www.serwusburghausen.de zu erfahren.

Die Weltmeister Julia Wittig, Tobias Wybierek und Birgit Bonauer freuen sich über die Wärmekabine.
Die Weltmeister Julia Wittig, Tobias Wybierek und Birgit Bonauer freuen sich über die Wärmekabine.

Da das Eisschwimmen immer mehr Begeisterte anzieht, hat sich SerWus in den letzten Wochen bereiterklärt, regelmäßig zwischen 12 und 14 Uhr vor Ort zu sein, um Interessenten die wichtigsten Regeln zu erklären. Viele meldeten Interesse an, wollen sich bei ihren ersten Versuchen allerdings unter professioneller Aufsicht wissen. Diesem Wunsch kommt der noch junge Verein nach. „Unsere Anwesenheitszeiten richten sich allerdings nach den Wettkämpfen unserer Sportler. Die aktuellen Zeiten sind dem Aushang an der Winterbadestelle zu entnehmen“, so Hetzer.

Am letzten Wochenende fand das erste ICE-Camp am Wöhrsee statt. Weitere offene Trainingswochenenden gibt es vom 22. bis 24. November und vom 20. bis 22. Dezember. Details gibt’s auf der Homepage und im Aushang an der Winterbadestelle.

Sehr zur Freude der Sportler haben Stadt und Sponsoren eine zweite Wärmekabine für alle finanziert. „Damit steht die bereits bekannte nur für die Sportler zur Verfügung und entzerrt das Geschehen, wenn wirklich viel los ist“, freut sich Hetzer. Diese Kabinen und der wieder angeheizte Zuber dienen allen Schwimmern nach dem eiskalten Erlebnis als eine langsame „Auftauphase“. Diese ist wichtig, damit der Kreislauf nicht überfordert wird. „Gleiches gilt natürlich andersherum auch. Wer ins Winterwasser springt, der sollte sich darauf vorbereiten und nicht einfach, weil es lustig ist, reinspringen. Das und Alkoholeinfluss ist gefährlich. Alle, die mittlerweile hier an den Wöhrsee kommen, sind aber sehr diszipliniert. Das freut uns“, so Hetzer.

An oberster Stelle steht die Gesundheit eines jeden Eisschwimmers. Wer einen Infekt hat, sollte nicht ins Wasser springen. Wer sich entschließt, ins kalte Wasser zu gehen, müsse im Wesentlichen zwei Dinge beachten. Erstens sollte der Schwimmer sich an die fallenden Wassertemperaturen gewöhnen und daher schon jetzt einsteigen. Zweitens ist es wichtig, dass sich Neulinge langsam steigern. „Am Anfang sind drei bis fünf Minuten sinnvoll“, so Hetzer. Eigenverantwortung sei damit das entscheidende Kriterium. Dabei gelte es, auf den Körper zu hören. Jeder Einzelne sei im See auf sich alleine gestellt. Während der Wettkämpfe gibt es Experten, die vor allem bei langen Distanzen genau auf die Verfassung der Sportler achten. Diese werden notfalls auch aus dem Wettbewerb genommen. Eine Überforderung könne schnell passieren, wenn Ungeübte übermütig werden. „Eisschwimmen ist eine rein mentale Sache. Wer sich an die Regeln hält und in sich hineinhorcht, wird ein tolles Aha-Erlebnis haben und stärkere Abwehrkräfte haben“, so Hetzer abschließend. − uli

 

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