Birgit Bonauer – die Leistungs-Breitensportlerin

Trainiert fleißig im Wöhrsee: Birgit Bonauer. − Foto: Kaiser

Eisschwimmerin von Serwus Burghausen bei German Open Fünfte – Mit Top-Athleten Wittig, Hahn und Wybierek zur WM

Eisschwimmen hat in Burghausen in den letzten vier Jahren einen Höhenflug erlebt, Großveranstaltungen wie die German Open oder die Weltmeisterschaft finden hier aber vorerst nicht mehr statt. „Selbstverständlich gibt es uns noch“, erklärt Stefan Hetzer vom Verein Serwus. „Unsere Top-Athleten werden sich weiterhin auf Spitzenleistungen konzentrieren. Eisschwimmen ist noch jung, es soll sportlich seriös ablaufen.“ Serwus („Schwimmende Eis Ritter Wöhrsee und Salzach e. V.“) will Breiten- und Leistungssport miteinander verbinden.

Bei den Damen führen Weltmeisterin Julia Wittig (37) und Vizeweltmeisterin Ines Hahn (25) das Team an, bei den Herren präsentiert sich Sprinter Tobias Wybierek (25) als stärkster Athlet. Dass die Verbindung Breiten- und Spitzensport funktioniert, demonstriert Birgit Bonauer. Die Pfarrkirchnerin trat für Serwus beim ICE- Cup in Amsterdam und den German Open im fränkischen Veitsbronn an. In den Niederlanden glänzte sie mit vier Top-Platzierungen: Bonauer gewann die 200 m, wurde Zweite über 100 sowie Dritte über 50 und 500 m. Während der German Open vor Wochenfrist siegte die Lehrerin von der Grundschule Unterneukirchen über 50 m Brust, wurde Zweite über 50 Freistil und holte Bronze über 500 Freistil. Ein Zeitenvergleich macht keinen Sinn, da in Veitsbronn im 50-m-Becken geschwommen wurde. Alle anderen Eisschwimm-Events finden dagegen in 25-m-Becken statt. Die Zeiten sind schneller, weil die Wenden für mehr Tempo sorgen.

Birgit Bonauer, jetzt so etwas wie eine Leistungs-Breitensportlerin, schwamm früher oft lange Strecken bis zu 10km. „Vor vier Jahren war dann der Sommer so toll. Ich fand es schade, dass der Wöhrsee so bald zugemacht hat. So nahm ich das Angebot an und gewöhnte mich langsam an das immer kälter werdende Wasser“, erzählt sie. Die heute 31-Jährige lernte Hetzer und die Eisschwimmer besser kennen, dann packte sie der Ehrgeiz: „Wenn du einfach nur schwimmst, wirst du nicht schneller. Mit den Trainingsplänen von Stefan Hetzer bin ich immer besser geworden.“ Allein über die 500 m waren es im letzten Jahr knapp zwei Minuten. Bonauer ist begeistert, hat sich auch an die 1000 m Freistil herangewagt und kam bei den German Open auf den sehr guten 5. Platz.

Weltmeisterin Julia Wittig holte über 1000 m Freistil Silber. Sie wurde von der fast 20 Jahre jüngeren Polin Hanna Bakuniak bezwungen. „Julia hat eine starke Leistung geboten. Wir sind mit dem 2. Platz sehr zufrieden. Es ist toll, dass jetzt wirklich junge Athletinnen und Athleten nachkommen. Es geht uns auch darum, das Eisschwimmen optimal zu etablieren“, erklärt Eisschwimm-Papa Stefan Hetzer. Mit Tobias Wybierek, der auf den kurzen Distanzen von 50 bis 200 m viermal gewann und einmal Zweiter wurde, hat Serwus Burghausen einen jungen Top-Sportler mit am Start. Er wird flankiert von Ines Hahn, die nach Fertigstellung ihrer Masterarbeit jetzt wieder voll ins Training einsteigt. „Wir konzentrieren uns auf die Weltmeisterschaften im Tallinn“, so Hetzer.

Die WM wird vom zweiten internationalen Eisschwimmverband, der IWSA (International Winter Swimming Association), ausgerichtet. In der estnischen Hauptstadt finden nur die kurzen Strecken über 50, 100 und 200 m statt. Dass es zwei Verbände gibt, hat historische Gründe. Der Ursprung des Eisschwimmens liegt in den nordischen Ländern. Damals sprangen die Leute aus der Sauna kommend zum Abkühlen in kaltes Wasser. Daraus entwickelten sich die Kurzstreckenwettbewerbe. Der Südafrikaner Ram Bakai gründete später die IISA (International Ice Swimming Association), deren einziger Wettkampf über 1000m geht.

Die IWSA-WM in Tallinn geht vom 6. bis 8. März. Von Serwus Burghausen hat vor allem Tobias Wybierek beste Chancen. uli

 

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