01.04.2017 Frostige Stimmung bei den Eisschwimmern

Getrennte Wege gehen künftig Extremschwimmer Christof Wandratsch (l.) und Trainer Stefan Hetzer. − Foto Zucker

Burghausen. Es knallt in der Burghauser Eisschwimm-Szene: Erst vor einer Woche hat Christof Wandratsch seinen Posten als 2. Vorstand des Eisschwimm-Vereins SerWus aufgegeben, weil es über die Ausrichtung der Eisschwimm-Events erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Vereinsmitgliedern und dem Extremschimmer gab. Nun beenden Christof Wandratsch und Trainer Stefan Hetzer nach 27 Jahren die Zusammenarbeit. „Unterschiedliche Auffassungen über die nähere Vergangenheit, vor allem sind es aber die ungleichen Ansichten für die Zukunft“ nennt Wandratsch als Grund. Harmonisch war es aber auch in der Vergangenheit nicht immer – in den 27 Jahren gab es mehrere Trennungen, Hetzer und „Wandi“ haben sich aber immer wieder zusammengerauft. Ob die Trennung endgültig ist, bleibt also abzuwarten.
Wichtiger für Burghausen ist aber erst einmal eines: Das Eisschwimmen soll zumindest im kommenden Jahr kein Riesen-Event mehr sein wie in den vergangenen drei Jahren. Große Differenzen hatte es offenbar dahingehend gegeben, wie groß und vor allem wie kommerziell solche Veranstaltungen aufgezogen werden. Immerhin arbeitet der Eisschwimm-Verein mit Ehrenamtlichen, die dafür ihre Freizeit opfern.
Dass der Verein die German Open nicht mehr ausrichten will, nennt Wandratsch als Grund für seinen Weggang aus dem Vorstand: Damit sei ein „Motivationsfaktor zum Vereinsengagement“ weggefallen. „Es ist sehr schade, dass die Ice Swimming German Open, die international ein sehr großes Ansehen genießt und auch lokal für Begeisterung sorgte, nicht mehr in Burghausen stattfinden soll“, sagt Wandratsch in seiner Stellungnahme.
Burghausen aber bleibt Eisschwimmstadt, soll es sogar noch mehr werden. „Es geht weiter, nur mit einer anderen Ausrichtung“, verspricht Stefan Hetzer, künftiger Vorsitzender von SerWus. Die Mitglieder wollen einerseits mehr in die Breite und andererseits mehr auf sportliche Leistungen gehen. Nachdem Wandratsch nun nicht mehr bei Wettkämpfen für SerWus antreten wird, plant Hetzer mit anderen Schwimmtalenten. Julia Wittig, die im Januar den Weltmeistertitel geholt hat, ist bereits Teil des SerWus-Teams, ebenso Eisschwimm-Nachwuchsstar Tobias Wybierek , dazu wird Ines Hahn kommen, sagt Hetzer und ist mehr als zuversichtlich: „Wir werden der stärkste Eisschwimmverein der Welt werden!“
Fest steht schon jetzt, dass es wieder Eisschwimm-Events in Burghausen geben wird – die Frage ist nur, ob schon in der kommenden Saison. Auch die Weltmeisterschaft wieder nach Burghausen zu holen ist ein Ziel, sagt Hetzer, nur eben nicht im kommenden Jahr. Der Verein braucht eine Pause: „Wenn man Jahr für Jahr so ein riesiges Event ausrichtet, dann kommt man nicht mehr nach.“ So sei die Nachwuchsarbeit im Verein in den vergangenen Jahren deutlich zu kurz gekommen. Das soll sich nun ändern: In der Jahreshauptversammlung vergangene Woche hat der Verein beschlossen, von den 600-Euro-Mitgliedsbeiträgen abzurücken und sich nunmehr an die Beiträge des SV-Wacker zu halten: 126 Euro für Erwachsene und 56 Euro Jahresgebühr für Jugendliche.
Christof Wandratsch sucht nun einen anderen Ort, an dem er die German Open 2018 austragen kann. Angst vor Konkurrenz haben die Burghauser nicht, ganz im Gegenteil. „Wir haben auch schon unser Know-How und Equipement angeboten“, sagt Stefan Hetzer. „Wir hegen da keinen Groll und würden uns selbstverständlich mit unseren Teams an dem Wettkampf beteiligen.“
(c) Passauer Neue Presse − cts

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